Die Poesie der Farben entfaltet sich in Françoise Gaujours Serie "The Furrow" - unser Blick verliert sich im sanften Übergang von Himmel und Horizont. Kontemplativ und gleichsam emotional berührend sind diese ausdrucksstarken
Landschaftsbilder. nsbesondere die Wahl des für dieses Genre ungewöhnlichen Hochformats ästhetisiert den Bildaufbau in beinahe malerischer Manier. Unterschiedliche Ebenen gehen mal fließend ineinander über, mal setzen scharfe Kontraste Himmel, Wasser und Strand wie abstrakte Farbflächen voneinander ab. Vereinzelte Personen, oft nur silhouettenhaft zu erkennen, lassen Assoziationen zur Malerei der Romantik entstehen und verweisen auf die Beziehung von Natur und Mensch.
Entstanden sind diese stimmungsvollen Aufnahmen in der Bucht von Saint-Malo an der bretonischen Nordküste. Der dort besonders stark ausgeprägte Gezeitenunterschied sorgt dafür, dass der Strand je nach Tageszeit unterschiedlich in Erscheinung tritt. So lässt sich Gaujours Werkreihe auch als zyklische Meeresstudie betrachten, die uns die Kräfte der Naturgewalten eindrucksvoll nachspüren lässt.
Bekannt wurde Gaujour in Frankreich als Fernseh- und Radiojournalistin. Anfang des neuen Jahrtausends begann sie, inspiriert von einer Afrikareise, ihre zweite Karriere als Fotokünstlerin. Die Schönheit der Erde dokumentierte sie vor allem in atmosphärischen Landschafts- und Naturaufnahmen, die auf ihren Reisen rund um die Welt entstanden und von ihrem einzigartigen Gespür für Farben und deren Stimmungen zeugen.
Daniela Kummle